Was sind Sandstrahlarbeiten und wie funktioniert das Verfahren?
Strahlen ist die Grundlage jeder dauerhaften Korrosionsschutzbeschichtung. Ohne ausreichende Oberflächenvorbereitung haftet kein Beschichtungssystem langfristig — egal wie hochwertig das Material ist. Beim Druckluftstrahlen wird ein Strahlmittel (heute meist Korund, Stahlgrit oder Glasperlen) mit Drücken von 6–12 bar auf die Stahloberfläche beschleunigt. Die abrasive Wirkung entfernt Rost, Zunder und Altbeschichtungen vollständig und erzeugt gleichzeitig eine definierte Rauheit — das sogenannte Ankerprofil — das der Beschichtung mechanischen Halt gibt.
Die erreichbare Strahlreinheit wird nach ISO 8501-1 klassifiziert. Sa 2½ — “sehr gründliches Strahlen” — bedeutet: Die Oberfläche ist frei von sichtbaren Ölen, Fetten, Zunder, Rost und Fremdstoffen; verbliebene Verunreinigungen sind nur noch als leichte Flecken erkennbar. Sa 2½ ist der verbindliche Mindeststandard für alle industriellen Korrosionsschutzbeschichtungen nach DIN EN ISO 12944. Sa 3 (weißmetallisch) kommt bei Sondersystemen und höchsten Anforderungen (z. B. Trinkwassertanks) zum Einsatz.
Beim Trockenstrahlen entsteht erhebliche Staubentwicklung — das ist physikalisch unvermeidbar. Die TRGS 559 (Technische Regel für Gefahrstoffe: Mineralischer Staub) schreibt daher konkrete Schutzmaßnahmen vor: Staubminimierung durch geschlossene Systeme, persönliche Schutzausrüstung und Nachweise über den ordnungsgemäßen Umgang mit quarzhaltigem Abfall. F+G arbeitet strikt nach diesen Vorgaben. Wo Trockenstrahlen nicht sinnvoll ist — zum Beispiel in der Nähe von Gewässern oder bei Chloridbelastung — kommt das Nassstrahlverfahren zum Einsatz: Es reduziert Staubentwicklung und Chloridrückstände deutlich, erfordert aber einen aufwändigeren Abwasserumgang.
F+G verfügt über eigene mobile Kompressoren und Strahlgeräte. Der entscheidende Vorteil für den Kunden: Es ist kein Abtransport des Bauteils notwendig. F+G kommt zum Objekt — zur Kläranlage, zum Industriebehälter, zum Wasserbauwerk oder zum Landwirtschaftsbetrieb — und strahlt direkt vor Ort. Das spart Logistikkosten, vermeidet Beschädigungsrisiken beim Transport und verkürzt die Ausfallzeiten erheblich.
Wann sind Sandstrahlarbeiten notwendig?
Vor jeder Neubeschichtung auf Stahl
Sa 2½ ist der Mindeststandard für alle industriellen Korrosionsschutzbeschichtungen – kein Beschichtungssystem haftet dauerhaft auf ungestrahltem Untergrund.
Rostentfernung bei korrodierten Bauteilen
Rost kann nicht einfach übergestrichen werden – nur durch mechanisches Strahlen wird Rost vollständig entfernt und blankmetallischer Untergrund freigelegt.
Vorbereitung für ZÜS-Prüfungen
Sachverständigenprüfungen nach AwSV oder BetrSichV erfordern oft eine Inspektion der Stahloberfläche – Sandstrahlen schafft die Grundlage für eine klare Befundaufnahme.
Entfernung von Altbeschichtungen
Abgeplatzte, unterwanderte oder schadstoffhaltige Altbeschichtungen (Bleimennige) müssen vor Neubeschichtung vollständig entfernt werden.
Fragen? Wir beraten Sie kostenlos.
Jetzt anfragenUnser Leistungsumfang
Druckluftstrahlen (Trockenstrahlen)
Abtragen von Rost, Zunder und Beschichtungen auf Sa 2½ – das Standardverfahren für Stahlkonstruktionen vor Beschichtung.
Feuchtstrahlen / Nassstrahlverfahren
Wasserzusatz reduziert Staubentwicklung und Chloridrückstände auf der Oberfläche – ideal für sensible Bereiche oder bei Chloridbelastung.
Vakuumstrahlen
Strahlen mit gleichzeitiger Absaugung der Strahlemission – minimale Umweltbelastung, geeignet für beengte Verhältnisse oder in der Nähe empfindlicher Bereiche.
Strahlmittelauffang und -entsorgung
Umweltgerechtes Auffangen, Trennen und Entsorgen der Strahlmedien und Schlämme gemäß TRGS 559 und Abfallrecht.
Rauheitsmessung
Messung des Rauheitsprofils (Rz) als Nachweis des optimalen Ankerprofils für die nachfolgende Beschichtung.
Dokumentation der Strahlqualität
Schriftlicher Nachweis des erreichten Strahlreinheitsgrads, der Rauheit und der Oberflächenfeuchte – für ZÜS und Auftraggeber.
Ihre Vorteile
Sa 2½ garantiert
Normgerechte Strahlreinheit nach ISO 8501-1 – messbar, dokumentiert und als Basis für ZÜS-Abnahmen geeignet.
Mobile Ausrüstung
F+G kommt mit eigenem Kompressor, Strahlgerät und Auffangeinheit zu Ihnen – kein Fremdbetrieb, keine Koordinationsprobleme.
TRGS-konform
Sicherer Umgang mit Strahlmitteln gemäß TRGS 559 – Schutz für Beschäftigte, Dritte und die Umwelt.
Unser Ablauf
Vor-Ort-Besichtigung & Verfahrensfestlegung
Bewertung der Zugänglichkeit, Schadstoffeinschätzung (Bleimennige, PCB?), Festlegung von Trocken-, Nass- oder Vakuumstrahlen und der erforderlichen Schutzmaßnahmen nach TRGS 559.
Verbindliches Angebot
Mit Strahlverfahren, Strahlmittelangaben, Entsorgungsnachweis und Terminplan — schriftlich und verbindlich.
Strahlen & Übergabe
Termingerechte Ausführung direkt vor Ort, vollständige Dokumentation der Strahlreinheitsgrade (Sa-Wert), Rauheit (Rz) und Restfeuchte.
Häufige Fragen
Was bedeutet Sa 2½?
Sa 2½ (ISO 8501-1: sehr gründliches Strahlen) bedeutet: Die Oberfläche ist frei von sichtbaren Ölen, Fetten, Zunder, Rost, Farbschichten und Fremdstoffen. Verbliebene Verunreinigungen sind nur noch als leichte Flecken, Streifen oder geringfügige Verfärbungen erkennbar. Sa 2½ ist der Mindeststandard für alle industriellen Korrosionsschutzbeschichtungen nach DIN EN ISO 12944.
Unterschied zwischen Strahlen und Schleifen?
Schleifen entfernt Rost und Verunreinigungen durch mechanischen Abrieb – es erzeugt jedoch kein optimales Ankerprofil und erreicht selten die Sauberkeit von Sa 2½. Strahlen ist schneller, gleichmäßiger und erzeugt eine definierte Rauheit für optimale Beschichtungshaftung. In der industriellen Korrosionsschutzpraxis ist Strahlen das überlegene Verfahren.
Wie wird Umweltschutz beim Sandstrahlen sichergestellt?
F+G setzt auf geschlossene Strahlsysteme mit Auffangvorrichtungen, Staubschutzmaßnahmen (Einhausungen) und TRGS 559-konforme Entsorgungsnachweise. Bei sensiblen Bereichen oder in der Nähe von Gewässern kommen Vakuumstrahlgeräte oder Nassstrahlverfahren zum Einsatz. Alle anfallenden Strahlschlämme und Reste werden einer ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt.
Verfügen Sie über mobile Strahleinheiten?
Ja – F+G verfügt über eigene, mobile Kompressoren und Strahlgeräte für den Einsatz bundesweit direkt vor Ort. Wir sind damit unabhängig von stationärer Infrastruktur und können auch an entlegenen Standorten in Kläranlagen, landwirtschaftlichen Betrieben oder Wasserbauwerken eingesetzt werden.