Korrosionsschutz im Stahlwasserbau — normgerecht für Behörden, Kommunen und Wasserstraßenverwaltung
Schleusentore, Wehrkörper, Druckrohrleitungen, Dalben und Spundwände stehen unter Dauerbelastung: permanenter Wasserkontakt, wechselnde Wasserlinie (Spritzzone), Strömungsangriff, biogene Belastungen und — je nach Standort — Meerwasserkorrosion. Diese Bedingungen erfordern ein technisch abgestimmtes Mehrschicht-Beschichtungssystem, nicht einen Standardanstrich.
Maßgebend ist die ZTV-ING — die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen für Ingenieurbauten, herausgegeben vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Sie ist in Ausschreibungen der öffentlichen Hand verbindlich: Wasser- und Schifffahrtsämter, Straßenbauämter und viele Kommunen schreiben sie als Vertragsgrundlage vor. Die ZTV-ING legt nicht nur fest, was zu tun ist, sondern wie es zu dokumentieren und nachzuweisen ist — von der Strahlreinheit bis zur Schichtdickenmessung nach DIN EN ISO 12944-7.
Die Expositionsklassen bestimmen die Systemanforderungen: Im2 gilt für dauerhaft wasserbenetzten Stahl in Süßwasser — typisch für Binnenkanal- und Flussbauwerke. Im3 steht für Meerwasser- oder Brackwasserkontakt an Nord- und Ostseeküste und in Ästuarbereichen. Im3-Systeme erfordern in der Regel höhere Gesamtschichtdicken und spezifischere Prüfnachweise als Im2.
F+G führt Korrosionsschutzmaßnahmen an Stahlwasserbauwerken in enger Abstimmung mit Wasser- und Schifffahrtsämtern, Kommunen und privaten Betreibern durch — vollständig dokumentiert und für die Behördenabnahme vorbereitet.
Wann sind Maßnahmen am Stahlwasserbau erforderlich?
Regelmäßige Inspektion nach ZTV-ING
Bundesbauwerke müssen nach festgelegten Intervallen inspiziert und Mängel behoben werden – F+G bereitet Anlagen normgerecht vor.
Sichtbare Korrosion und Querschnittsminderung
Rostbildung und Wanddickenverluste gefährden die Standsicherheit von Schleusentoren und Wehren – Handlungsbedarf sofort.
Ablauf von Beschichtungsintervallen
Korrosionsschutzbeschichtungen haben eine begrenzte Lebensdauer – präventive Sanierung bei Ablauf des Soll-Intervalls.
Havarie oder mechanische Beschädigungen
Durch Schiffsanfahrungen oder Eisgang beschädigte Beschichtungen müssen zeitnah saniert werden, bevor Korrosion einsetzt.
Fragen? Wir beraten Sie kostenlos.
Jetzt anfragenUnser Leistungsumfang
Inspektion und Schadenskartierung
Systematische Sichtinspektion, Wanddickenmessung (Ultraschall) und Dokumentation des Korrosionsbefunds nach ZTV-ING.
Wasserhaltung und Freilegung
Koordination der erforderlichen Wasserhaltungsmaßnahmen (Pump- oder Senkkasten) für den Trockenstau des Bauteils.
Strahlen auf Sa 2½
Vollständige Freilegung der Stahloberfläche durch Trockenstrahlen oder Nassstrahlverfahren – Sa 2½ als Mindeststandard.
Mehrsicht-Beschichtungssystem Im2/Im3
Applikation eines zugelassenen Epoxidharz- oder Polyurethan-Mehrschichtsystems in der vorgeschriebenen Gesamtschichtdicke.
Schichtdickenmessung und Haftfestigkeitsprüfung
Dokumentierte Qualitätsprüfung aller Beschichtungslagen – konform mit ZTV-ING und DIN EN ISO 12944-7.
Abnahmedokumentation
Vollständige Übergabeunterlagen für Wasser- und Schifffahrtsamt, Kommunen oder privaten Betreiber.
Ihre Vorteile
ZTV-ING konform
Alle Maßnahmen entsprechen den Technischen Vertragsbedingungen für Ingenieurbauten des BMDV – behördengerechte Dokumentation.
Behördenabstimmung
F+G koordiniert die Maßnahmen mit Wasser- und Schifffahrtsämtern und Umweltbehörden – Ihnen entsteht kein Koordinationsaufwand.
Erfahrung Im2/Im3
Mehrjährige Erfahrung mit Beschichtungssystemen für Süß- und Salzwasserumgebungen – die richtigen Systeme für Ihre Anlage.
Unser Ablauf
Befundaufnahme & Behördenabstimmung
Systematische Sichtinspektion, Ultraschall-Wanddickenmessung und Schadenskartierung nach ZTV-ING — Abstimmung des Sanierungskonzepts mit Betreiber und Behörde.
Schriftliches Angebot mit Systembeschreibung
Beschichtungssystem (Im2 oder Im3), Schichtdickenplan, ZTV-ING-Konformitätsnachweis und Terminplan — verwertbar für Ausschreibungsverfahren.
Ausführung & Abnahmedokumentation
ZTV-ING-konforme Ausführung mit vollständigen Prüfprotokollen — Schichtdickenmessung, Haftfestigkeitsprüfung, Behördenübergabe.
Häufige Fragen
Was ist die ZTV-ING und wann gilt sie?
Die Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen – Ingenieurbauten (ZTV-ING) gelten für alle Bauleistungen im Rahmen von Bundesfernstraßen- und Bundeswasserstraßenbauwerken. Sie sind als Vertragsbestandteil in Ausschreibungen der öffentlichen Hand (WSÄ, Straßenbauämter) verbindlich. Auch Kommunen und private Betreiber beziehen sich häufig auf ZTV-ING-Anforderungen als Qualitätsstandard.
Was bedeutet Expositionsklasse Im3?
Im3 nach DIN EN ISO 12944 steht für Stahl in Meerwasser oder Brackwasser. Dieser Expositionsklasse entsprechen Bauwerke an der Nord- und Ostseeküste sowie in Ästuarbereichen. Die Expositionsklasse bestimmt die erforderliche Gesamtschichtdicke (DFT), die Systemzusammensetzung und die Prüfkriterien für das Beschichtungssystem – Im3-Systeme erfordern in der Regel höhere Schichtdicken als Im2-Systeme für Süßwasser.
Ist eine Unterwasserbeschichtung möglich?
Unter Wasser applizierfähige Epoxidharzbeschichtungen (‘Underwater-Coatings’) sind für Notfallreparaturen an wasserführenden Anlagen verfügbar. Für dauerhafte und normgerechte Beschichtungen ist jedoch grundsätzlich Trockenstau und Sa 2½-Strahlung erforderlich – eine Unterwasserbeschichtung ist niemals eine Lösung auf Dauer.
Müssen Behörden bei der Maßnahme einbezogen werden?
Für Bundeswasserstraßenbauwerke und kommunale Wasserbauanlagen ist die Abstimmung mit der zuständigen Behörde (WSA, Umweltbehörde) häufig obligatorisch. F+G unterstützt Sie bei der Aufbereitung der erforderlichen Unterlagen und übernimmt auf Wunsch die Behördenkommunikation.